Wohnzimmergottesdienst der EGP - Karfreitag, 10. April 2020

Link zum Gottesdienst

(am Karfreitag ab 14.45 Uhr)

 

Wir laden euch wieder ein, zuhause dazu eine eigene Lobpreiszeit zu gestalten:

 Youtube-Playlist

 



 

Predigt verpasst?

 

Kein Problem! Hier finden sie unsere Predigt-Aufnahmen:

 

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Die Osterwoche erleben

Was steckt dahinter?

Die Passionszeit, besonders die Woche vor Ostern, ist eine tolle, dichte Zeit.

Die Bibel berichtet von vielen Ereignisse, die sich in unseren Traditionen und Bräuchen erkennen lassen oder die es wert wären, dass wir neue Traditionen daraus entwickeln.

Seinem Volk, den Juden, gebietet Gott immer wieder sich zu erinnern und Feste zu feiern (z. B. Passah für den Auszug aus Ägypten).

Auch wir Christen tun gut daran, eine Erinnerungs- und Dankkultur zu pflegen.

Ostern gehört gefeiert!

In dieser Corona-Zeit fühle ich mich trotz digitaler Medien vereinzelt, vom Gemeindeleben getrennt, maximal in der Familie zusammen.

Das birgt natürlich auch Chancen, z. B. dass das Feiern eine Herzenssache wird und ich es nicht nur im gottesdienstlichen Kontext konsumiere.

Gerade Familien sollten sich so besonders herausfordern lassen, denn Eltern sind die Vorbilder Nr. 1 für ihre Kinder, diese lernen an ihrem Beispiel am besten, authentischsten, was gelebten Glauben ausmacht.

Liebe Mitglieder und Freunde der EGP,

Wir erleben gerade eine spannende Zeit. Egal, mit wem man spricht hört man: So etwas gab es ja wirklich noch nie. Und das stimmt.

Wir stehen vor einer Herausforderung, die so in unserer Zeit noch nicht da gewesen ist. Und auch wir als Gemeinde müssen leider auf eine unserer Hauptstützen, die persönliche Begegnung und unsere Treffen als Gottesdienstgemeinschaft verzichten. Gleichzeitig haben wir aber auch in unserer Zeit die besten Möglichkeiten, dass wir dennoch geistliche Gemeinschaft leben können. Denn neben einem Gott, der zum Glück an jedem Ort gleichzeitig sein kann, haben wir auch nie dagewesene technische Hilfstmittel. Und diese sollten wir nutzen:

  • Keiner sollte diese Zeit alleine durchmachen müssen.
    Lasst uns Telefone, Mattermost, Jitsi, Threema, Whatsapp, Skype, Email und die vielen anderen Kanäle nutzen, um einander zu fragen, wie es uns geht und ob jemand Hilfe benötigt.
    Gerade Telefon und Video-Treffen o.ä. können uns helfen, zumindest vertraute Stimmen zu hören oder sogar einander zu sehen.

  • Auch Gebet und geistliche Gemeinschaft können über diese Kanäle gelingen.
    Und auch wenn es vielleicht auf den ersten Moment ungewohnt ist, so miteinander zu beten, mache ich euch Mut dazu.

  • Natürlich soll es auch an geistlichen Impulsen nicht mangeln:
    In unserm YouTube-Kanal treffen wir uns zum Wohnzimmer-Gottesdienst Livestream und stellen Predigten online zur Verfügung.

  • Wir sollten über diese kreativen Chancen des geistlichen Lebens im Gespräch bleiben.
    Teilt miteinander, welche guten Erfahrungen ihr gemacht habt. Jetzt ist die Zeit, wo wir mit vielen Dingen experimentieren dürfen.

Lasst uns als Christen mit gutem Beispiel voran gehen.

Zum einen darin, die Empfehlungen und Aufforderungen unserer Regierung und Wissenschaft ernst zu nehmen und soziale Kontakte weitesgehend zu vermeiden.

Aber lasst uns auch darin voran gehen, diese Zeit nicht aus Frust und Angst zu gestalten, sondern aus einer Hoffnung und Lebensfreude, die von Gott kommt. Das ist sicherlich nicht immer leicht. Aber darin können wir gerade zu Licht und Salz für unsere Mitmenschen werden.

Ich wünsche euch allen Gottes Segen, hoffnungsvolle Gedanken, kreative Ideen und natürlich Gesundheit,

Euer Jakob Kimpel, Pastor der EGP

 


Wer Fragen hat oder Unterstützung braucht, kann sich gerne über unser Kontaktformular melden.

Wenn ihr kreative Ideen braucht, wie ihr eure Zeit zu Hause gestalten könnt möchte ich euch noch ein Video empfehlen - vielleicht gibt es ja einzelne Punkte, die auch euch helfen können, ganz praktisch mit der Situation umzugehen.



 

Liebe Gemeinde,

Wir befinden uns in einer herausfordernden Zeit.

Vieles erinnert mich an die Zeit, als das Volk Israel in Babylon gefangen war. Herausgerissen aus bewährten Strukturen. Bis zur Spannung herausgefordert, mit der neuen Situation zu leben.

Eine echte Zerreißprobe für das gesamte Volk. Viele werden durch Angst und Einsamkeit bedroht. Und die Menschen stehen Auge und Auge mit einem scheinbar übermächtigen Feind.

Mitten in diese Situation sendet Gott seinen Propheten und lässt ihn seinem Volk zurufen:

9 Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her. 11 Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.
Jesaja 40,9ff

Der Prophet hat eine klare und durchdringende Botschaft mitten in das Chaos und die Verzweiflung des Volkes: Fürchte dich nicht!

Ja die Situation ist ernst. Und ja es scheint so, als ob das Volk Spielball einer größeren Macht ist.

Aber es gibt einen, der noch größer ist. Einer, der wie ein Hirte seine Schafe versorgt, sammelt und beschützt. Gott der HERR. Der Gott, der das Volk Israel zu seinem Volk gemacht hat.

Und so kann das Volk selbst zur Freudenbotin werden, die aus dem Tal der Angst und des Chaos emporsteigt und für die anderen auf Gott zeigt und ruft: Siehe, da ist euer Gott!

Diese Verheißung Gottes an sein Volk im Exil darf und soll uns auch in unserer herausfordernden gesellschaftlichen und globalen Lage ermutigen: Fürchte dich nicht! Gott hat von seiner Seite alles getan, um uns zu erwerben. Er hat ein für alle Mal die Mächte des Bösen und des Todes überwunden. Der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern der lebendige und barmherzige Gott. Und wir sind seine Herde. Deshalb wird er uns voran gehen und diese Welt, aber auch unser Leben zu einem guten Ende führen.

Und gerade in einer Zeit des Chaos und der Furcht dürfen wir zu Freudenbotinnen und Freudenboten werden. Lasst uns einander und unseren Mitmenschen immer wieder zurufen:

Da ist euer Gott; siehe, da ist Gott der HERR!

Lasst uns aber auch selbst auf diesen Ruf hören und den Blick zu Gott wenden. Er ist es, der vor dir steht und sagt: Fürchte dich nicht!

Ich lade euch ein, als Antwort auf den Ruf des Propheten Psalm 23 zu beten.

Seid gesegnet und bleibt gesund!

Euer Jakob Kimpel